Als bekennender Nerd war ich ziemlich weit vorne dabei und habe mir ChatGPT recht zu Beginn Anfang 2023 mal angeschaut – und war komplett enttäuscht. Woher kam dieser Hype? Alles, was ich versucht hatte, ergab so schlechte Ergebnisse, dass ich dem Thema zugegebenermaßen noch die nächsten 5 Jahre nichts wirklich Brauchbares zugetraut hätte.
Und ausgerechnet meine nicht so technikaffine Freundin brachte mich Anfang 2025 zurück ans Thema. Zugleich wurde in einem IT-Projekt zum ersten Mal ein eigenständiger KI-Anwendungsfall aufgeworfen. Und auf einmal war ich also privat wie beruflich voll im Thema. Der sehr empfehlenswerte ARD-Podcast „Der KI-Podcast“ faszinierte mich dann sehr.
Danach war nichts mehr sicher vor der KI-Hilfe: Unterstützung für meinen braunen Daumen bei der Gartengestaltung? Meine Lieblingsrezepte auf die zyprischen Verhältnisse anpassen? Was ich schon immer mal wissen wollte, z. B. warum hängen auch die Ministergehälter in Zypern am Mindestlohn? Ich fragte alles…
Und dann stürzte ich mich voll ins Abenteuer und belegte einige Kurse. Und plötzlich kamen mir noch ganz andere Ideen: Von der Automatisierung meines Haushaltsbuches, über die Bereinigung und Deduplizierung meiner gefühlten drei Dutzend externer Festplatten bis hin zu einem Mega-Projekt: Die Übertragung meines Blogs, den ich im Jahr 2020 in Erwartung eines möglichen Umzugs nach Australien auf Englisch gestartet hatte und der zahlreiche Artikel enthielt.
Schon länger wollte ich ihn ins Deutsche übertragen, aber das gab meine Zeit einfach nicht her. Und dann stieß ich auf einen Bericht zum Verbinden der KI mit der eigenen Stimme. Abgesehen vom tatsächlichen Nutzen interessierte mich das Thema einfach und ich „spielte“ viel herum, bis ich das Gefühl hatte: So oder sehr ähnlich hätte ich das auch formuliert.
Und dann erstellte ich diese Website hier mit der Unterstützung von Claude. Es war spannend, nicht unbedingt immer einfach, aber sehr interessant und hat mir zugegebenermaßen sehr viel Spaß gemacht.
Danach ließ ich die englischen Artikel ins Deutsche übersetzen und das war zwar nicht unbedingt schneller, als sie selbst zu übersetzen, aber ich hatte zwischenzeitlich einen weiteren Schritt automatisiert – wie der Artikel auf die Website kommt. Das mache ich nicht mehr per Einsetzen in grafische Drag-&-Drop-Elemente., sondern nach einer Definition, wie die einzelnen Elemente aussehen sollen – was viel Training für Claude bedeutete – mit einem Import-HTML.
Und einige meiner ganz aktuellen Artikel, wie z. B. den KI-Kennzeichnungsartikel, habe ich in Kooperation mit Claude erstellt. Ich hatte die Idee, wollte ein Thema aufrollen und habe dann recherchieren lassen, mit exakten Vorgaben, was genau die Schlagrichtung sein muss. Was zurückkommt, stelle ich explizit auf die Probe – ich hinterfrage und habe oft schon Fehlschlüsse gefunden oder bei der Nachfrage, ob sich eine Aussage über unabhängige Studien belegen lässt, eine Argumentationslinie doch anpassen müssen. Wie sich die KI täuschen kann, kann der Mensch ja auch – nicht alles, was man denkt und schlüssig zu sein scheint, lässt sich auch belegen.
Damit kommen wir dazu, in welchem Bereich du auf etwas stoßen kannst, das ich mit KI gemacht habe – und das ist auch schon der wichtigste Satz hier: Mit KI – ich lasse nicht die KI alleine losrennen und irgendwelchen Mist zusammensuchen, sondern ich behandle meinen Claude wie einen persönlichen Assistenten. Darum haben wir oft 4-5 Runden, bis ich zufrieden bin mit den Inhalten und dem Text.
Wofür also konkret nutze ich KI: Recherche, Struktur, Rohfassung, Übersetzung meiner englischen Artikel – immer im Modus der Zusammenarbeit – als Sparringspartner oder Assistent.
Was die KI aber nicht beisteuern kann: Meine knapp 30 Jahre Berufserfahrung im Marketing und Tech-Umfeld. Das, was ich mit Kundinnen und in Projekten erlebt habe. Aber auch das, was ich in den Projekten gelernt habe, die ich in meiner unternehmerischen Begeisterung gestartet habe, und die aus dem ein oder anderen Grund nicht zum Fliegen kamen. Und vor allem: Meine Stories und persönlichen Erlebnisse, die sich in vielen meiner Artikel finden.
Wo ziehe ich eine Grenze: Ich glaube fest, dass es Bereiche geben muss, die keinen Platz für KI haben (lasse mich aber gerne eines Besseren belehren). Die sehe ich bei künstlerisch versus effizienzgetrieben. Aktuell – mit all den Negativbeispielen – leben wir gerade ein Paradox. Die meisten wollen die eigene Produktivität und Effizienz durch KI steigern, reagieren aber pikiert, wenn Minister oder Dienstleister dasselbe tun.
Warum sage ich das so klar: Ich könnte meine Artikel ohne Kennzeichnung live stellen und es wäre kein Problem. Vermutlich erkennen das die wenigsten, wenn sie den Artikel nicht durch einen wirklich guten Detektor laufen lassen (die Detektoren, die die meisten kennen, merken nicht, dass meine Rohfassung durch Claude geschrieben wurde). Aber das fühlt sich für mich nicht richtig an – ich habe einfach einen krassen Korrektheits-Zug. Und für mich zeigt es auch, dass man KI verantwortungsbewusst einsetzen kann.
Für dich als meine Leserin bedeutet das: Du bekommst mein Wissen schneller, als wenn ich jeden Artikel selbst tippen müsste. Und auch mehr davon, denn ohne die Zusammenarbeit mit KI würde ich in ganz anderer Frequenz veröffentlichen.
Ich sehe inzwischen bei meinen Kunden immer mehr, dass sie mit KI arbeiten wollen und an ähnlichen Fragestellungen ins Zweifeln kommen. Letztendlich muss diese Entscheidung jeder für sich selber treffen. Für mich zählt damit einzig und allein, dass ich guten Gewissens meinen Namen unter einen Artikel setzen kann – egal, wie viel Hilfe ich von einer KI hatte.
