Apfel, Wasser und dunkles Vollkornbrot als Bestandteile einer gesunden Ernährung - Profitable Coaching-Nische finden – echtes Problem lösen, nicht nur Thema besetzen

Warum echte Nischen echte Probleme lösen – und wie ich das früher völlig falsch verstanden habe

Lass mich mal fragen: Bevor du deine ideale Kundin und dein gesamtes Angebot definiert hast, hast du mit ihnen gesprochen? Oder bist du von einer Vermutung ausgegangen und hast alles auf eine Karte gesetzt?

Schau dir an, wie leicht man dabei danebenliegen kann – selbst mit Experten-Unterstützung – und was du unbedingt prüfen musst, bevor du dich für eine Nische entscheidest…


„Ich würde lieber sieben Jahre kürzer leben, als so zu leben, dass es keinen Spaß mehr macht.“

Ich sah meinen besten Freund entgeistert an und fragte ihn, ob er das gerade wirklich ernst meinte. Tat er.

Wir hatten über Gesundheit gesprochen. Darüber, was man verändern könnte – weniger tierische Produkte, konsequenter bio, ein paar Dinge mehr. Nichts besonders Wildes. Jedenfalls nichts, was ich spontan unter „tragischer Verlust von Lebensfreude“ abgeheftet hätte.

Er sah das anders.

Schüssel Suppe und Zinnbecher auf schlichtem Tisch – Metapher für Lifestyle-Veränderungen

(Offenbar stellte er sich das Leben mit den vorgeschlagenen Änderungen so vor …)

Und genau in diesem Moment fiel bei mir ein Gedanke mit einem ziemlich lauten inneren Klick an seinen Platz:

Wenn du als Coach eine profitable Coaching-Nische finden willst, reicht es nicht, dass dir ein Thema wichtig ist.
Du musst ein Problem lösen, das für deine Wunschkundinnen real, spürbar und dringend genug ist.

Nicht irgendwann. Nicht theoretisch. Nicht nur in deinem Kopf.

Christiane Mohr
Wer schreibt hier?Christiane Mohr

Diplom-Kauffrau mit Schwerpunkt Marketing – und bekennender Nerd. Ich liebe Daten, misstraue Buzzwords und überprüfe Aussagen lieber zweimal, bevor ich sie weitergebe. Hier schreibt jemand, der Coaches & Heilpraktikerinnen dabei begleitet, ihr Business so aufzustellen, dass die richtigen Klientinnen sie finden – ohne Schönreden.


Wie ich selbst in genau diese Falle getappt bin

Ein gutes Jahr vorher war mein Papa an Krebs gestorben. Und ich war nicht einfach traurig. Ich war erschüttert. Ich bin ein ziemliches Papakind, und sein Tod hat sich angefühlt, als hätte jemand mit einem Schlag mein ganzes inneres Koordinatensystem verrückt.

Mitten in dieser Trauer saß noch etwas anderes: Angst.

Würde ich auch so sterben? Konnte ich irgendetwas tun, um gesund zu bleiben? Gab es Dinge, die man vorbeugend anders machen konnte?

Also tat ich das, was ich tue, wenn ich etwas wirklich verstehen will: Ich recherchierte mich fest. Alles, was ich für meinen Papa als begleitende Unterstützung gelesen hatte, sah plötzlich auch nach Prävention aus. Ich änderte meinen Lebensstil. Ich las. Viel. Ich schrieb. Noch mehr. Und irgendwann entstand daraus eine Idee.

Ich wollte Menschen helfen, die in einer ähnlichen Situation waren wie ich. Menschen, die Angst hatten. Menschen, die sich weniger ausgeliefert fühlen wollten. Menschen, die Orientierung suchten.

Ich schrieb ein Buch. Ich startete einen Blog. Ich entwickelte zwei Kurse. Ich postete pflichtbewusst auf Social Media. Ich machte bei Blogparaden mit. Ich arbeitete. Und arbeitete. Und arbeitete.

Und verkaufte vielleicht hundert Bücher im ersten Jahr. Wenn überhaupt.

Private Begleitungen zu genau diesem Thema? So gut wie keine. Kurse? Keine nennenswerte Resonanz.

Natürlich habe ich zuerst geprüft, ob ich einfach handwerklich schlecht gearbeitet hatte. Falsche Texte, falscher Aufbau, falsche Angebote. Ich ließ Dinge anschauen. Holte mir Feedback. Und das Ergebnis war irritierend unspektakulär: Es war nichts gravierend falsch.

Nicht falsch-falsch jedenfalls.

Und dann sagte mein bester Freund diesen Satz mit den sieben Jahren weniger. So beiläufig, wie man Dinge sagt, die für einen selbst vollkommen logisch sind.

Und genau da kippte mein Blick auf das ganze Thema.

Mir wurde schlagartig klar, dass ich aus meiner eigenen Angst heraus angenommen hatte, andere Menschen wollten genau dieses Problem ebenfalls lösen. Dass sie dieselbe Dringlichkeit spürten. Dieselbe Bereitschaft, ihren Alltag dafür zu verändern. Dieselbe innere Alarmstufe.

Taten sie aber nicht.

Einige vielleicht. Aber eben nicht in der Zahl, Intensität und Zahlungsbereitschaft, die ein Coaching-Business braucht.

Das war hart. Ist es immer noch, wenn ich daran denke. Weil die Idee nicht schlecht war. Das Thema auch nicht. Das Problem war nur: Es war für mich ein brennendes Thema – für den Markt aber nicht automatisch ein brennendes Problem.


Der Unterschied zwischen Thema und Problem

Das ist einer dieser Punkte, die simpel klingen und trotzdem ständig übersehen werden.

Ein Thema ist etwas, das dich interessiert, bewegt oder fachlich begeistert. Ein Problem ist etwas, das deine Wunschkundin gerade spürt – so sehr, dass sie bereit ist, Zeit, Aufmerksamkeit und oft auch Geld zu investieren, um es zu lösen.

Der Unterschied ist kleiner, als man denkt. Und in der Wirkung fast brutal.

Krebsprävention war für mich ein starkes Thema. Aber für viele Menschen war es kein akutes Problem.

Und genau deshalb hat mein damaliges Angebot nicht getragen.

Wenn du also deine Coaching-Nische definieren willst, reicht es nicht, zu sagen: „Das ist wichtig.“ Oder: „Das müsste die Leute doch interessieren.“ Bedarf ist ein schönes Wort. Es klingt ordentlich. Fast vernünftig.

Verkauft nur leider nicht.

Ein echtes Problem fühlt sich anders an. Es hat Druck. Reibung. Konsequenzen.

Eine Heilpraktikerin, die mit Kindern arbeitet, löst nicht einfach „das Thema ADHS“. Sie hilft Eltern, die seit Monaten erschöpft sind, weil ihr Kind in der Schule aneckt, zuhause explodiert und niemand ihnen sagen kann, was wirklich hilft.

Eine Coachin für Frauen nach Trennung arbeitet nicht nur „zum Thema Neustart“. Sie begleitet Frauen, die morgens aufwachen und das Gefühl haben, dass ihr altes Leben weg ist, das neue aber noch keine Form hat.

Das sind keine Themen. Das sind Zustände, die Menschen nachts wachhalten.

Und genau dort beginnt eine Coaching-Nische, die ein echtes Problem löst.


Woran du erkennst, ob du wirklich ein echtes Problem löst

Wenn du dein Coaching-Business aufbauen willst, brauchst du an dieser Stelle keine weitere hübsche Übung. Du brauchst drei unangenehm ehrliche Fragen.

1. Ist das Problem für deine Wunschkundin wirklich spürbar?

Nicht theoretisch. Nicht irgendwann. Nicht „eigentlich schon wichtig“. Sondern jetzt.

Sagt sie Sätze wie:

  • „So kann es nicht weitergehen.“
  • „Ich drehe mich seit Monaten im Kreis.“
  • „Ich brauche endlich eine Lösung.“

Oder sagst nur du, dass es wichtig wäre? Das ist ein Unterschied. Ein großer.

2. Kann deine Zielgruppe dafür bezahlen?

Ich weiß, wie unromantisch diese Frage klingt. Aber sie gehört dazu. Nicht, weil Geld wichtiger wäre als Sinn. Sondern weil dein Business sonst auf Dauer kein Business ist, sondern ein aufopferungsvolles Hobby mit schönem Branding.

Es gibt Themen, die berühren Menschen zutiefst – und trotzdem entsteht daraus kein tragfähiger Markt. Weil die Zielgruppe finanziell zu eng aufgestellt ist. Weil sie andere Prioritäten hat. Oder weil sie ihre knappen Mittel lieber in etwas investiert, das aus ihrer Sicht unmittelbarer wirkt.

Mein damaliges Projekt hatte genau dieses Problem. Das muss man nicht moralisch bewerten. Aber man sollte es sehen.

3. Sind sie bereit, dafür Geld auszugeben?

Können und wollen ist nicht dasselbe. Eben.

Jemand kann finanziell in der Lage sein, aber das Problem trotzdem nicht so gewichten, dass daraus eine Buchung wird. Wir verwechseln Zustimmung mit Zahlungsbereitschaft.

Menschen sagen schnell: „Spannendes Thema.“ „Das ist wichtig.“ „Da müsste man mehr drüber wissen.“

All das klingt nett. Ist aber noch lange kein Kaufsignal.

Wenn du also eine Coaching-Nische definieren willst, prüfe nicht nur, ob Menschen dein Thema mögen. Prüfe, ob sie ihr Problem wirklich lösen wollen.


Was passiert, wenn du das richtige Problem triffst

Das Schöne ist: Wenn du das richtige Problem triffst, musst du nicht mehr dauernd schieben.

Dann wird Marketing nicht plötzlich magisch. Aber deutlich leichter.

Birgit ist dafür ein sehr gutes Beispiel. Vor unserer Arbeit sprach sie viele unterschiedliche Menschen an – im Grunde alle, die irgendwie Hilfe brauchten. Entsprechend diffus waren auch die Anfragen. Irgendwie passend. Irgendwie nicht. Viel Energieaufwand, wenig Klarheit.

Wir haben gemeinsam herausgearbeitet, für wen sie wirklich arbeiten will, welche Probleme dort tatsächlich brennen und wie sie genau das sichtbar macht. Am Ende standen drei klar definierte Zielgruppen, darunter Therapeutinnen und Therapeuten mit Burnout, eine neue Website und vor allem eine andere Qualität in der Ansprache.

Heute bekommt sie fünf bis sechs Anfragen pro Woche von Menschen, die wirklich passen.

Nicht, weil plötzlich Magie im Spiel war. Sondern weil das Problem klar war.

Wenn du das richtige Problem benennst, passiert etwas sehr Entlastendes: Deine Kundinnen erkennen sich selbst schneller. Deine Texte müssen weniger schieben. Deine Angebote erklären sich leichter. Und du hast endlich das Gefühl, dass dein Marketing nicht aus Dauerüberredung besteht.


Der erste Schritt, wenn du noch kein klares Problem siehst

Dann fang nicht mit deinem Angebot an. Das ist meistens die falsche Reihenfolge.

Fang mit Gesprächen an. Mit Zuhören. Mit echten Formulierungen. Mit der Frage: Was sagen Menschen, wenn sie nicht versuchen, besonders reflektiert oder professionell zu klingen?

Nicht: „Ich wünsche mir mehr Klarheit in meiner Positionierung.“
Sondern eher: „Ich kann langsam nicht mehr. Ich erkläre ständig, was ich mache, und trotzdem bucht niemand.“

Nicht: „Ich möchte mich emotional neu ausrichten.“
Sondern: „Ich funktioniere nach außen, aber innerlich bin ich komplett neben mir.“

Da liegt die Musik. Nicht in den hübschen Oberbegriffen.

Wenn du an diesem Punkt noch ziemlich am Anfang stehst, findest du hier einen guten Einstieg in die Nischenfindung. Und wenn du schon etwas klarer bist, aber noch ringst, wie spitz du wirklich werden solltest, ist auch der Gedanke aus dem Herz-Chirurgen-Artikel hilfreich: Spezialisierung senkt Vertrauen nicht – sie erhöht es.

Was du nicht brauchst, ist der Anspruch, die perfekte Nische auf Anhieb zu finden. Was du brauchst, ist Sorgfalt, bevor du dich festbeißt. Ich habe das damals nicht getan. Ich bin mit Anlauf in ein Thema gesprungen, das mich emotional komplett im Griff hatte – und habe zu spät geprüft, ob es für andere wirklich dieselbe Relevanz hat.

Das war schmerzhaft. Aber nützlich.

Denn seitdem ist mein Blick auf Nischen deutlich nüchterner. Und dadurch am Ende auch hilfreicher geworden.

Wenn du beim Lesen gerade gemerkt hast, dass du dich irgendwo wiedererkennst – dann ist das genau dein Startpunkt. Dafür habe ich eine kurze Checkliste entwickelt. 10 Fragen, die dich durch den Prozess führen und dir helfen, deinen Nischen-Sweet-Spot zu finden. Kein überwältigender Kurs. Einfach ein strukturierter Denkanstoß, der dich vom Kreisdrehen in die Klarheit bringt.

→ Jetzt kostenlos anfordern


Key Takeaways

Thema ≠ Problem
Eine profitable Nische entsteht nicht aus einem wichtigen Thema, sondern aus einem echten, spürbaren Problem – das deine Wunschkundin als dringend empfindet, nicht nur du.

Drei Prüffragen vor dem Business-Aufbau
Brennt das Problem? Kann die Zielgruppe zahlen? Will sie zahlen? Alle drei Fragen müssen mit Ja beantwortet werden.

Das richtige Problem macht Marketing leichter
Nicht magisch – aber leichter. Weil du nicht mehr überreden musst, sondern andockst.


Immer weiter.

Unterschrift Christiane Mohr

P.S. Falls du gerade leicht beleidigt auf dein Lieblingsthema schaust: Ich verstehe das. Wirklich. Es geht nicht darum, ob dein Thema wichtig ist. Es geht darum, ob deine Wunschkundinnen es schon als Problem erkennen – oder ob du ihnen gerade sehr engagiert etwas verkaufen willst, das sie noch nicht kaufen wollen. Das ist ein Unterschied. Leider ein ziemlich teurer.


FAQ: Was Coaches dazu oft fragen

Woran erkenne ich, ob meine Coaching-Nische ein echtes Problem löst?

Daran, dass deine Wunschkundin sich sofort wiedererkennt. Nicht nach langer Erklärung, sondern direkt. Ein echtes Problem ist spürbar, dringend und für sie relevant genug, dass sie aktiv nach Unterstützung sucht.

Reicht Leidenschaft für ein Thema aus, um eine profitable Nische aufzubauen?

Nein. Leidenschaft hilft dir, dranzubleiben. Aber sie ersetzt nicht die Prüfung, ob das Problem für deine Zielgruppe real, dringend und zahlungsrelevant ist.

Kann ich meine Nische später noch verändern?

Ja, natürlich. Viele klare Nischen entstehen nicht am ersten Tag. Wichtig ist nur, dass du nicht aus Angst vor einer falschen Entscheidung dauerhaft unklar bleibst.

Ähnliche Beiträge